Stress im Einsatz!

Bewertet eine Einsatzkraft die im Einsatz gestellten Aufgaben als lösbare Herausforderung, so geht sie mit einer positiven Grundstimmung an diese heran.

Durch diese positive Bewertung fällt es der Einsatzkraft leicht, den Einsatz zu meistern.
Positiver Stress steigert seine Leistung und wird von der Einsatzkraft als „normal“ wargenommen.

Belastungen negativer Art können jedoch zu einer seelischen Belastung führen, die die Einsatzkraft über das normale Maß stresst und seine Leistungskraft hemmt. Unter anderem z.B. durch:

  • Einsatzerlebnisse
  • Einsatzdauer
  • Entscheidungs- und Handlungsdruck
  • Versagensängste
  • Hilflosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Angst
  • Informationsfklut
  • Öffentlichkeit / Medien

Hierbei spielt es keine Rolle, ob die Einsatzkraft selbst zum Betroffenen wird, oder die Situation als Helfer erlebt.

Wenn unverarbeitete Einsatzerlebnisse dafür sorgen, dass das „eigene Fass an Belastung überläuft“, müssen Belastungen Verarbeitet werden.

 

PSU – Hilfe für Helfer kümmert sich um den Umgang mit belastenden Einsätzen für Einsatzkräfte und deren Angehörigen

 

PSU will erreichen, dass…

  • Einsatzkräfte ihre schlimmen Erlebnisse nicht verdrängen und ihre Gefühle „runterschlucken“
  • bei den Feuerwehren im Rhein-Erft Kreis „psychische Belastungen im Einsatz“ bewusst angesprochen werden.
  • offen mit psychischen Belastungen umgegangen wird
  • psychische Belastungen akzeptiert werden
  • Angebote zur wirksamen Bearbeitung von Belastungen für alle Einsatzkräfte zur Verfügung stehen

PSU unterstützt Dich!

Die PSU-Teams im Rhein-Erft Kreis setzen sich aus ausgebildeten Einsatzkräften, Feuerwehrseelsorgern (SB) und Psychologen (SB) zusammen. Sie unterstützen

  • unabhängig
  • ohne lange Wartezeit
  • vertraulich
  • unbürokratisch

Du erreichst das PSU-Team …

  • über die reguläre Runfnummer der Kreisleitstelle unter 02237 – 9240-5 wo dir ein Ansprechpartner vermittelt wird.
  • über deine Löschgruppenführung / Löschzugführung.
  • Ansprechpartner für Erftstadt sind die folgenden Personen:
    Nicole Johna 02235-409-165
    Ralf Knütter und Manfred Schmelcher 02235-409-228

 

Besserung ist nicht in Sicht – Wie geht´s weiter?

Es kann vorkommen, dass Ereignisse nach vier Wochen weiterhin so stark belasten, dass…

  • du den Eindruck hast, deine Empfindungen und Gefühle normalisieren sich nicht
  • Du vermehrt oder dauerhaft unter Schlafstäörungen oder Alpträumen leidest
  • Du weiterhin Orte oder Situationen meidest, die Dich an das Ereignis erinnern
  • Deine Arbeitsleistung dauerhaft nachlässt
  • Deine Beziehung stark darunter leidet
  • Du mit niemanden über Deine Gefühle sprechen kannst, obwohl Du das Bedürfnis dazu hast

DANN IST PROFESSIONELLE HILFE ERFORDERLICH

 

PSU mit Dir!

Wir — die PSU-Teams der Freiwilligen Feuerwehren Rhein-Erft Kreis — unterstützen Dich bei der konstruktiven Auseinandersetzung mit Deinem Problem und helfen Dir bei Deiner Lösungsfindung.

Solltest Du ggf. weiterführende, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen wollen, so helfen wir Dir bei der Vermittlung.

Unsere PSU-Teams bieten Einsatznachbesprechungen direkt nach dem Einsatz oder Tage später als Einzel- oder als Gruppengespräch mit den beteiligten Einsatzkräften an.

Wir stehen Dir für Beratungsgespräche – auch telefonisch und anonym zur Verfügung.

 

Der Tank ist leer – Was nun?

Wir Einsatzkräfte sind es gewohnt mit besonderen, nicht alltäglichen Belastungen umzugehen. Rettungsdienst– und Feuerwehreinsätze sind nicht nur körperlich anstrengend, sondern manchmal auch psychisch belastend.

Kein Wunder, denn wir setzen uns immer wieder Situationen aus, in denen wir mit extremem menschlichen Leid konfrontiert werden. Ob erfahrener Kollege, Anfänger oder Einsatzleiter — manche Einsätze gehen nicht spurlos an uns vorüber. Manchmal lassen uns die grausamen Bilder einfach nicht los und wir spüren Unbehagen vor dem nächsten Einsatz.

Manchmal aber ist es auch einfach die Anzahl der Eindrücke aus verschiedenen Einsätzen, die den persönlichen „Tank“ immer weiter leeren. Und es erscheint unmöglich ihn mit neuer Energie wieder aufzufüllen.

Unsere Arbeit braucht starke Helfer.
Stark sein heißt nicht nur, seinen Körper zu trainieren, sondern sich mit psychischen Belastungen bewusst und konstruktiv auseinander zu setzen.

Dazu wollen wir – die PSU Teams der Freiwilligen Feuerwehren Rhein-Erft Kreis – Dich unterstützen.

Außergewöhnliche Ereignisse wie schwere Unfälle, Gewalt oder Katastrophen rufen vorübergehend starke Reaktionen und Gefühle hervor.

 

Wie sich psychische Belastungen auswirken können…

Bei 90% aller Betroffenen tritt wieder Erholung ein. Diese benötigt allerdings Zeit, mitunter bis zu drei Monaten. Unmittelbar nach einem belastenden Erlebnis können folgende oder ähnliche Reaktionen auftreten:

  • Bilder oder Ereignisse kommen immer wieder „hoch“
  • Gereiztheit / Aggressivität
  • Konzentration – /Schlafstörungen
  • Veränderung im Essverhalten
  • Orientierungslosigkeit
  • Schuldgefühle
  • Hilflosigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Verstärktes Bedürfnis nach Alkohol oder Beruhigungsmitteln

Diese und ähnliche Reaktionen sind nach einem außergewöhnlich belastenden Ereignis NORMAL! Sie treten in Wellenbewegungen auf und lassen meist nach wenigen Tagen bis Wochen nach – bis sie schließlich ganz verschwinden.

 

Was kannst du machen? – Darüber reden! hilft!

Hast Du ein besonders belastendes Ereignis erlebt, kann es hilfreich sein, sich Ruhe zu gönnen. Nimm Dir ZEIT um das Geschehene zu verarbeiten und Dich zu erholen .

  • Achte vermehrt auf Deine momentanen Bedürfnisse:
  • Unterdrücke Deine Gefühle nicht, sprich mit vertrauten Personen
  • Versuche sobald wie möglich zu Deinem gewohnten Alltag zurück zu kehren
  • Überfordere Dich nicht und warte jetzt mit großen Entscheidungen
  • Hab‘ Geduld mit Dir selbst um das Erlebte zu bewältigen
  • Versuche bei Dingen, die Dir Freude bereiten zu entspannen
  • Nimm psychologische und / oder seelsorgerische Hilfe in Anspruch

 

Grafiken und Texte mit freundlicher Unterstützung der PSU-Teams der Feuerwehren des Rhein-Erft-Kreis